Trainingslager Israel und Jordanien

Gemeinsam mit Tobias Breitschädel und Christian Gigon absolvierte ich das erste heurige Trainingslager in Israel und Jordanien.

Neben langen Touren in der Wüste stand auch ein Besuch beim Fed Cup in Eilat, am Programm.

Die Top Frauen des Tennissports konnten wir bewundern und beinahe hautnah erleben.
Anschließend fuhren wir nach Jordanien. Nach dem uns die Israelis fast nicht ausreisen lassen wollte und uns versuchten zu versichern, dass wir keinen Mountainbikes mit nach Jordanien mitnehmen dürften, hatten wir überhaupt keine Probleme bei den jordanischen Grenzpolizisten. Beim Mietautoverleih zeigten wir unsere weltmeisterlichen Packkünste und schafften es drei Bikes in einen Kofferraum zu packen.

Die erste Nacht verbrachten wir im Wadi Rum Village und genossen den Tee und das gute Essen. Am nächsten Morgen erwartete uns ein atemberaubendes Panorama und der unglaubliche Anblick der Sandsteinberge die Kulissengrundlage für den Film der" Lawrence aus Arabien" waren. Mit dem Jeep erkundigten wir das Wadi Rum und übernachteten in den Beduinenzelten. Der nächste Tag war von Schnelldurchläufen geprägt. Zuerst gab es einen kurzen Abstecher auf den höchsten Berg Jordaniens, auf den Um Al Tami. Dort brachten wir unseren Beduinenguide leicht ins Schwitzen…

Nach Rückkehr ins Wadi Rum Village machten wir uns auf den Weg nach Petra. Die Felsenstadt absolvierten wir per pedes in knapp zwei Stunden. Die Gräber und die Schatzkammer in den Fels gehauen waren schon sehr beeindruckend.

Nach Petra machten wir uns auf den Weg nach Al Karak. Von dort aus planten wir unsere Biketour vom Toten Meer hinauf nach Al Karak und dann wieder hinunter zum Toten Meer. Nach den Regenfällen der vergangenen Tage waren die Wege sehr ausgewaschen und somit unglaublich schwer zu befahren. Wir fraßen die Höhenmeter bis wir in ein kleines Städtchen kamen wo wir von vielen Jugendlichen und Kindern erwartet wurden. Sie waren sehr interessiert an allem was blitzte und glänzte und Gigi schockte sie, nachdem der die Cola Flasche explodieren ließ. Als diese dann begannen mit Steinschleudern auf uns zu schießen, wurde Gigi zu einem wilden Tier auf zwei Rädern und jagte einen Jungen quer durch die Gassen des Städtchens. Als wir dann die schützenden Mauern hinter uns ließen, verfolgten uns einige halbstarke Burschen und wollte a ndauern unser Zeug. Nach einiger Zeit zeigten sie uns ihre Freude und Gastfreundschaft auf ihre Art und Weise und begannen uns mit Steinhagel zu beglücken. Als es dann wirklich brenzlig wurde gab Tobias das Startsignal gscheid in die Pedale zu treten und wir düsten mit Vollgas dem Steinhagel davon.

Am Abend bei der Grenze erlebten wir den nächsten unvergesslichen Moment. Die Grenzbeamten erklärten uns die Grenze schließt um 9 Uhr. Tobias brachte dass Mietauto zurück, Gigi ging ohne Gepäck über die Grenze um das israelische Auto nach Eilat zu holen und ich passte auf das Gepäck auf und baute die Fahrräder zusammen. Als ich dann das Gepäck Richtung Grenze schleppte fragte mich der Polizist ob ich mich nicht beeilen möchte, weil die Grenze um 8 Uhr schließt. "Um 8 Uhr? Früher sagten sie doch um 9 Uhr?" Ich dachte mir nur oje…noch eine Nacht in Jordanien und versuchte Tobias zu erreichen. Nur leider war der Akku vom Handy leer und die Nummer 8 zum eintippen der Handynummer funktionierte nicht. Gigi erreichte dann doch noch Tobias um halb 8 und dieser bescherte einem Taxifahrer die wohl besten Minuten die sich ein Taxifahrer wünscht. Er sagte zum ihm: "I will pay all fees and taxes, just bring me until 8 to the border crossing!" Der Taxifahrer brauchte diesen Satz nicht zweimal hören und raste mit Tobias in cooler Manier Richtung Grenze. Fünf Minuten vor 8 Uhr schaffte es Tobias zur Grenze und wir schleppten uns hinüber nach Israel.

In Eilat genossen wir das traumhafte, warme Wetter und machten jeden Tag schöne Biketouren. Nachdem wir Gigi verabschiedeten, verbrachten wir den Rest des Trainingslagers in Kefar Glikson und absolvierten jeden Tag super Kartentraining und genossen die perfekten Singletrails in den nördlicheren Gefilden Israels.

Nach dem super Trainingslager, besuchen wir Israel bestimmt auch im nächsten Jahr wieder und werden wahrscheinlich auch einen Weltcup oder zumindest zwei World Ranking Events dort erleben dürfen.